Die Zukunft des Stahls liegt in Leipzig-Knautnaundorf (23.10.2007)
Erste Serienanlage für neuentwickeltes Stahlgussverfahren geht an den Start
Leipzig, 23. Oktober 2007. Das junge Leipziger Unternehmen Evosteel hat seine Feuertaufe bestanden. Am Dienstag, dem 23. Oktober 2007, ging am Standort des Stahl- und Hartgusswerkes Bösdorf (Leipzig) die erste Serienanlage eines neu entwickelten Stahlgussverfahrens in Betrieb.
Laut Dr. Jens Schreiner, dem Geschäftsführer der Evosteel GmbH, sei das 3cast®-Verfahren ein Wegweiser für die Zukunft der Stahlverarbeitung:
„Die Herausforderung, Bauteile aus Stahl so herzustellen, dass sie den Anforderungen an moderne Konstruktionen gerecht werden, indem sie leicht, dynamisch belastbar und auch noch kostengünstig sind, hat uns nicht losgelassen“, erklärte Dr. Schreiner. Bislang mussten hochbelastbare, kompakte Bauteile aus verschiedenen Einzelteilen zusammengefügt oder in einer aufwendigen Prozesskette hergestellt werden. Das 3cast®-Verfahren ermöglicht es nun, solche kompakten Bauteile mit begrenztem Aufwand als dünnwandiges Stahlteil zu gießen.
Mit Verbesserungen der Produktqualität und einer hohen Effizienz des Materialeinsatzes schont das 3cast®-Verfahren zusätzlich wertvolle Ressourcen. Mit dem hohen Stellenwert der weiteren Gewichtsreduktion im Fahrzeugbau und der nötigen Senkung des Kraftstoffverbrauchs, berge die Innovation von Evosteel ein Potential, das heute noch nicht abgegrenzt werden kann, so Dr. Schreiner. Anlässlich der Inbetriebnahme der weltweit ersten Serienanlage fand auch ein Fachsymposium zur Zukunft des Stahls statt. Unter dem Motto „Leicht, sicher, intelligent – der Stahl von morgen“ referierte unter anderem Prof. Ulrich Seiffert über aktuelle Trends und technologische Anforderungen in der Automobilindustrie. Der ehemalige VW- Vorstand ist anerkannter Experte zu Innovationen bei modernen Produktionstechniken und deren Bedeutung für Umweltschutz, Recycling und Fahrzeugsicherheit. Seit Anfang 2002 engagiert sich das Team unter der Leitung von Dr. Jens Schreiner in der Erforschung und Entwicklung neuer Technologien beim Stahlguss. Mit der Produktion der ersten Prototypen ist Evosteel Anfang 2006 gestartet.
Fast fünf Jahre intensiver Arbeit waren erforderlich, bis Anfang 2007 das Niederdruckguss- und das 3cast®-Verfahren für eine Serienproduktion tauglich und die gestellten Anforderungen erfüllbar wurden. „Damit werden Stahlbauteile mit variabler Geometrie möglich, von lokal verstärkt bis filigran, belastungsgerecht und wirtschaftlich, als Serienprodukt für den Massenmarkt.“ Dr. Schreiner betont: „Dies hat es bisher nicht gegeben. Die Bauteile sind sicherheitsrelevante und tragende Karosserieteile für Kraftfahrzeuge oder hochdynamisch belastete Sicherheitsbauteile. Ein weltweit einzigartiges Verfahren – betrieben von einem Unternehmen in Leipzig.“
Bislang wurden knapp zwei Millionen Euro in die Entwicklung und Betriebsmittel investiert, teilte das Tochterunternehmen des Stahl- und Hartgusswerkes Bösdorf (Leipzig) mit. In den kommenden fünf Jahren will Evosteel weiter massiv in das Verfahren und die Anlagentechnik investieren. Ziel ist es, die Jahreskapazität von anfangs 25.000 auf 500.000 Stahlbauteile zu erhöhen. Unter diesen Bedingungen können bis zum Jahr 2012 etwa 80 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Kontakt:
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Werkstraße 7
D-04249 Leipzig
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Tel.: +49 341 90 234-0
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Mail: info@evosteel.com
www.evosteel.com
Die EVOSTEEL GmbH
Die EVOSTEEL GmbH mit Sitz in Leipzig beschäftigt sich als Tochterunternehmen des Stahl- und Hartgusswerkes Bösdorf (kurz: SHB), Leipzig, mit der Erforschung und Entwicklung neuer Technologien im Bereich des Stahlgusses. Bei EVOSTEEL werden besonders zukunftsträchtige Verfahren, die beispielsweise den Leichtbau mit gegossenen Stahlteilen ermöglichen, vorangetrieben. EVOSTEEL ist eine von wenigen Firmen weltweit, die an dieser Zukunftstechnologie arbeitet, und betreibt als einzige eine fürKleinserien einsetzbare Anlage.
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